Brieftauben: Ein trauriges Tagebuch

Das Ergebnis des gestrigen Jungtaubenfreifluges bei unseren Familienangehörigen, die etwa sechs Kilometer von hier entfernt ihre Brieftauben halten, sieht heute wie folgt aus: eine tote Jungtaube, eine verletzte Jungtaube, eine Jungtaube fehlt ganz. Es geht wieder los mit den Greifvögeln. Und zwar massiv wie selten zuvor. Und früher als je zuvor. Waren die Greifvögel früher nur im Herbst oder Winter gegen unsere Tauben aktiv, so sind sie das heute, wo es viel weniger Brieftaubenzüchter gibt als in früheren Zeiten, das ganze Jahr über. Es bleibt ja nicht aus, wenn andere Beutetiere der Greifvögel kaum noch vorhanden sind. Singvögel und andere Beutetiere gibt es nur noch wenige. Die Bestände sind durch Krähen- und Geifvögel und durch die Umweltbedingungen radikal zusammengeschrumpft. Also müssen unsere Brieftauben wieder als Futter herhalten für die Greifvögel, die in unglaublichen Mengen inzwischen nahezu in der ganzen Bundesrepublik leben. Darüber freuen sich komischerweise Vogel- Natur- und Umweltschutzverbände. Sie freuen sich über die vielen Greifvögel – und in der Folge darüber, dass es kaum noch Singvögel gibt. Und warum freuen sie sich darüber? Weil speziell Greifvögel viel Aufmerksamkeit erregen. Damit kann man Spenden generieren, Gelder sammeln. Das geht dann so: https://nrw.nabu.de/spenden-und-mitmachen/spenden/20698.html oder so http://www.greifvogelpflege.de/index.php/spende Es werden große Mengen an Geldern generiert mit der Greivogelwirtschaft in Deutschland. Da werden dann verletzte Tiere wieder aufgepäppelt und ausgewildert. Als habe das irgendetwas mit Natur zu tun. Da werden Tiere in Gefangenschaft gezüchtet und ausgewildert. Als habe das irgendetwas mit Natur zu tun. Da werden Nisthilfen in Regionen angebracht, in denen es die dort siedelnden Greifvögel niemals gegeben hat. Als habe das irgendetwas mit Natur zu tun. Ganz große Anteile der sogenannten Natur-, Umwelt- und Vogelschutzprojekte dienen heutzutage nur noch vordergründig wirklich dem Naturschutz im eigentlichen Sinn. In erster Linie dienen sie der Vermehrung von Geld. Leidtragende dieser Politik – und um nichts anderes als Politik handelt es sich – sind u.a. auch unsere Brieftauben. Und Brieftaubenzüchter oder Hühnerzüchter sollen immer schön schweigen und ihre Tiere als Greifvogelfutter zur Verfügung stellen. So ist das in einem Land, dass sich am Gängelband von Umwelt- und Naturschutzorganisationen befindet. Ich fürchte das wird sich leider nicht mehr ändern.

Quelle: Brieftauben Tagebuch

Fragwürdige Taubenflüge

Sascha Mimberg schreibt: In der heutigen Zeit kann es sich das Hobby Brieftaubensport nicht leisten Flüge zu veranstalten, bei denen überdurchschnittlich viele Tauben verloren gehen oder gehen können. Man kann es sich nicht leisten, weil man dadurch weitere frustrierte Mitglieder verliert. Man kann es sich nicht leisten, weil man in größere Konflikte mit den Tierschutzorganisationen gerät. Und man kann es sich v.a. wegen der Brieftauben nicht leisten, die irgendwo unterwegs ihr Leben lassen. Die Wetterlage in diesem Jahr ist unglaublich schwierig. Für Tauben und für Flugleiter. Aber gerade dann benötigt man Entscheidungsträger, die den Mumm haben, sich konsequent für das Wohl der Tauben zu entscheiden. Entscheidungsträger, die sich nicht von wenigen Züchtern treiben lassen, die nur die Urkunde an der Wand, den Pokal im Schrank oder das Geld durch Taubenverkäufe im Sinn haben. Der Druck, der auf Flugleitern und Flugveranstaltern lastet, ist v.a. deswegen vorhanden, weil es Züchter gibt, die ihre Interessen schwerpunktmäßig auf die Erringung von Meisterschaften und die Erfüllung von Meisterschaftsbedingungen legen. Diese Züchter versuchen um jeden Preis ihre Interessen durchzusetzen. Und sei es nur, weil ein befreundeter Züchter oder ein RV-Mitglied gerade gut in irgendeiner großen Meisterschaft zu liegen scheint. Wenn das Wetter so schwierig ist wie im laufenden Reisejahr – und es ist damit zu rechnen, dass das in den nächsten Jahren noch häufiger so sein wird – dann müssen wir alle uns konsequent für das Wohl der Brieftauben einsetzen. Risikoauflässe – egal aus welchen Gründen – darf es nicht geben. Zu was das führt haben wir hier vor drei Wochen schmerzlich erfahren müssen. In den letzten Tagen habe ich mit mehreren Sportfreunden aus anderen Gegenden des Landes gesprochen, denen es sehr ähnlich wie uns ergangen ist. Es wurden Auflässe mit viel zu großem Risiko gestartet, weil es der Reiseplan und weil es die Meisterschaftsbedingungen so vorsahen und weil Flugleiter glaubten, dass man das Risiko einschätzen könne. Bei Großwetterlagen wie der aktuellen ist diese Einschätzbarkeit aber nur selten gegeben. Meteorologen können kaum einschätzen wie sich das Wetter an welchem Ort entwickelt und auch Flugleiter können das nicht. Deswegen muss die Reiseentscheidung und die Auflassentscheidung IMMER konsequent PRO BRIEFTAUBE fallen. Egal welcher Druck auch ausgeübt wird, egal was die Bedingungen auch vorgeben. Der Brieftaubensport darf sich nicht an das Gängelband jener begeben, die nur den Pokal im Schrank, die Urkunde an der Wand und das Geld im eigenen Portemonnaie im Sinn haben. Der Brieftaubensport muss sich immer an jenen Sportfreunden orientieren, denen es am Wichtigsten ist, dass sie abends nach dem Wettflug möglichst alle Tauben im eigenen Schlag haben und die das Reisen von Brieftauben noch als das betrachten, was es sein soll: ein Hobby und eine Freizeitbeschäftigung. Im Mittelpunkt unseres Hobbys soll die Brieftaube stehen, mit ihrer unglaublichen Leistungsfähigkeit und ihrem Heimfindevermögen. Nicht der eigene Ruhm, nicht der eigene Geldbeutel, nicht irgendeine Meisterschaft und ihre Bedingung. Auch vor dem nun wieder anstehenden Flugwochenende mit sehr schwierigen Wettervorhersagen und Bedingungen kann es bei allen Entscheidungsträgern nur eine Richtung geben, in der die Entscheidungen getroffen werden: DAS WOHL DER BRIEFTAUBE.

Quelle: Brieftauben Tagebuch

Südtribüne und der Taubensport

Sascha Mimberg: „Ich war gestern beim Fußballspiel des BVB gegen den FSV Mainz. Viele werden es inzwischen gelesen haben: während des Spiels haben zwei Besucher einen Herzinfarkt erlitten. Der eine Besucher des Spiels ist leider verstorben, der andere konnte in der Klinik gottseidank reanimiert werden. Als Folge dieser bedauerlichen Vorfälle beschlossen die Fans beider Vereine in Halbzeit zwei die Unterstützung der Mannschaft durch Gesänge und Schlachtrufe einzustellen. In diesem Stadion, welches mehr als 80.000 Zuschauer fasst, herrschte eine ganz ungewöhnliche Stille. 45 Minuten lang. Und es war nach ganz kurzer Zeit tatsächlich so, dass alle Besucher des Spiels diesen Konsens über die stille Trauer mittrugen und dem Spiel einen außergewöhnlichen, aber dem traurigen Anlass entsprechenden, würdigen Rahmen lieferten. Auf der Dortmunder Südtribüne, auf der ich auch die Spiele der Borussia verfolge, stehen bei jedem Spiel etwa 25.000 Menschen. Sie sind alle unterschiedlich. Im Grunde eint sie nur eine Sache. Das ist das Fußballspiel ihres Vereins unten auf dem Rasen. Und trotz aller Unterschiede werden solche „Beschlüsse“ wie am gestrigen Tag sehr schnell und sehr konsequent umgesetzt. Es bedarf dazu keiner großen Diskussion. Man fühlt einfach als „Schwarm“, dass das nun so richtig ist. Ich habe mir heute vorgestellt auf der Tribüne stünden die etwa 25.000 verbliebenen Brieftaubenzüchter in Deutschland. Und diese hätten in ganz kurzer Zeit nur eine kleine Entscheidung – nicht Weltbewegendes – zum Wohl und zum Erhalt des Brieftaubenhobbys zu treffen. Ob das wohl gelingen würde??? Meine Antwort – auch wenn mein Vergleich natürlich ein weniger verquer und an den Haaren herbei gezogen ist – lautet Nein! Eher würde man sich den Schädel einschlagen. Weil es leider – das haben mir bestimmte Entwicklungen der vergangenen Tage im Brieftaubensport einmal wieder gezeigt – kein gemeinsames Ziel mehr gibt. Die deutschen Brieftaubenzüchter können sich nicht einmal darauf einigen, dass es doch Sinn machen könnte das Hobby Brieftauben noch möglichst lange zu erhalten. Stattdessen sucht fast jeder nur nach seinem eigenen, ganz individuellen Vorteil. Und deswegen hat der Brieftaubensport auch keine Zukunft in Deutschland…“

Quelle: Brieftauben Tagebuch

Im Wald bei den Habichten und Wölfen

„Ich kann es auch nicht nachvollziehen, dass die sogennanten Tierschützer nur in eine Richtung schützen. Durch die Überpopulation die erreicht wird, geht alles andere den Bach runter. Soll ich eines Tages in den Wald gehen und nur noch Habichte und Wanderfalken und Wölfe sehen??? Ist das so gewollt? Also mir waren Singvögel, Hasen usw. sehr lieb.“

Quelle: „Dringender Aufruf zum Handeln“ | Pigeonface Forum

Die wenigen Jahre noch…

Sascha Mimberg setzt endlich wieder sein Tagebuch fort: Denn eines ist spätestens seit den Wahlen auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Verbandes im Januar klar: im deutschen Brieftaubensport wird es in absehbarer Zeit keine durchgreifenden und in die Zukunft gerichteten Veränderungen geben. Wir Brieftaubenzüchter gehen weiter unter den aktuell Verantwortlichen dem Ende des Brieftaubensports entgegen und daran wird sich nichts ändern. Weil Änderungen nicht gewünscht sind. Daher ist es für mich nicht lohnend sich über die Bedingungen und das Drumherum aufzuregen oder sich nur darüber Gedanken zu machen. Die wenigen Jahre, in denen wir in Deutschland noch Tauben reisen können, will ich versuchen meinen Spaß daran zu haben und Freude an unseren Tieren. Denn egal was so entschieden wird – Brieftauben sind und bleiben aussergewöhnliche Tiere, die einem täglich im Umgang unglaublich viel Freude bereiten können.

Quelle: Brieftauben Tagebuch: 13.02.2016

Die Brieftaube Nr. 9

So ist er, unser Verband! Da hat doch unser „großer“ Präsident einen bombigen Leitarikel in der wichtigen Brieftaube Nr. 9 verfasst. Die zeilenreiche Schilderung gemeinsamer Aktionen mit den Rassetauben- und Geflügelhalter sollen uns wohl offensichtlich beruhigen. Erbetene Reaktionen der Bundesregierung und der 16 Landesregierungen sollen dann sogar nicht erst zur nächsten DBV-Versammlung, sondern schon jeweils aktuell auf der Homepage zu verfolgen sein – naja, wenn die Überarbeitung der Homepage überhaupt mal fertig werden sollte. Ich sehe da schwarz: Sollte dieses Internet-Aushängeschild doch mal fertig werden, wird wohl kaum mehr als das übliche politische Blabla zu lesen sein. Da werden Wanderfalken, Habichte und Sperber nur kichernd die Mittelkralle in die Luft strecken und ein weiterer Haufen von Taubenzüchtern mit Unverständnis und Zornesröte im Gesicht endgültig die Pfannen dicht machen. Es ist mir unbegreiflich, warum unser Verband anstatt dieser Schreiberei sich nicht einmal die Organisationsformen und das organisierte Handeln seiner und unserer „Gegenspieler“ anschaut. Das ist lebensnotwendig und längst eine Existenzfrage für ihn und unser Hobby. Bei unseren Gegnern hätte man nämlich mal wieder lernen können, wie man sowas macht. Als Natur- oder Tierfreund, als Bund-Mitglied oder Peta-Anhänger weiß ich vor jeder Wahl in jedem Land oder bundesweit, wie jede einzelne Partei zu den einschlägigen Problemen oder gewünschten Gesetzen steht. Das wird festgehalten und für jedermann als Wahlhilfe veröffentlicht. Da können sich die Politiker blamieren oder profilieren in dem Wissen, dass sie darauf auch festgenagelt werden können – von jedem einzelnen Menschen in ihrem Wahlbezirk. Ist das alles nur an eventuell vermehrten Porto- und Kopierkosten gescheitert? Entschiudigung, Herr Präsident Groß, ich fühle mich durch ihren Aufsatz verdummdeuvelt. Ich wünsche mir das Präsidium mal in einen kleinen Raum, wo die vielen anderen Betroffenen mit mir Ihnen so in die Ohren schreien, wie ich es tue, wenn mal wieder zwei Falken auf einmal meine Schwärme jagen. Vielleicht könnten Sie dann nachvollziehen, wo es der Basis tagtäglich auf den Nägeln brennt.

Quelle: Die Brieftaube Nr. 9 – Internet-Taubenschlag Diskussions Forum

heute in der Presse

Zitat von joza: Am Ende habe ich darum gebeten das was gedruckt wird nochmal durchzulesen um irgenwelchen gedruckten Quatsch aus dem Wege zu gehen.Das wurde mir verwehrt mit der Begründung es wäre nicht üblich.

Ja, das ist merkwürdig, dass dieses Prinzip als wohl einziges von den früher so achtbaren Tugenden beibehalten wird. Eigentlich hat der Journalismus in den letzten Jahrzehnten den Taubensport beim Niedergang prakisch überholt – sowas gibt´s auch. Ich werde wohl mal einen Leitfaden verfassen müssen. Kurzform vorab: Berichte selbst verfassen. Mehrere Titel unterschiedlicher Länge zum Aussuchen. Dann – wichtig – einige Absätze einfügen, die man selbst auch für entbehrlich hält und als Kürzungsmöglichkeit kennzeichnen. Wenn der Artikel dann noch den „Ws“ entspricht (Wer, was, wo, wann und warum), sind die Redakteure heutzutage meist schon zufrieden. Und nimmer diskutieren. Das ist zwecklos: Journalisten haben Recht und Wahrheit gepachtet. Das war ja eigentlich auch so gedacht. Es grüßt bering – als Nestbeschmutzer

Quelle: heute in der Presse – Seite 4 – Internet-Taubenschlag Diskussions Forum

Schöner Artikel in der „Zeit“

 

Bitte anklicken:    Die Globalisierte Taube

vom alten Ritz, dem Rheinländer, der als erster Europäer deutsche Brieftauben nach Asien brachte, über Drapa, der mit den vielen Luxus-Autos, bis zum jungen Gyselbrecht, der nach dem Wirtschaftsstudium sein Pigeon-Paradies gründete und heute die Millionen-Umsätze macht. Da steht übrigens etwas von 35 % der Versteigerungserlöse, die von der Firma eingehalten werden. Ach ja: Es wird auch erwähnt, dass ein deutscher Taubenzüchter 500.000 € Steuern(!) nachbezahlen musste.

Quelle: Schreiben vom Verband – Seite 3 – Internet-Taubenschlag Diskussions Forum